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Selbstführung · Lebensführung · Unternehmensführung · Menschenführung

In einer Welt, die lauter und leerer geworden ist, begleiten wir Menschen, die führen – in Unternehmen, in Familien, in ihrem eigenen Leben – und spüren, dass etwas Wesentliches fehlt. Es gibt einen Weg zurück zu sich selbst. Zu Klarheit, Verbundenheit und echter innerer Führung. Kein System. Keine Methode. Sondern ein Weg, den man geht.

Menschen, die führen

 

Viele Menschen fühlen sich nicht dazu berufen, zu führen. Und wir können das sehr gut verstehen.

Die Bilder, welche Führungskräfte in unserer Gesellschaft abgeben, und die Spuren, die sie hinterlassen, sind in vielen Fällen weit von dem entfernt, was man sich von ihrer Tätigkeit erhofft hat. Viel zu oft sind die Resultate, die diese Führungskräfte hinterlassen, eher schockierend als aufmunternd.

Dass aus diesem Grund viele Menschen keine Führungsverantwortung übernehmen wollen, ist leicht nachzuvollziehen. Sie wollen auf keinen Fall so sein wie diejenigen, von denen sie täglich in den Medien hören.

Die meisten haben wahrscheinlich auch Angst davor, in der Öffentlichkeit zu stehen und für jeden noch so kleinen Fehler kritisiert zu werden.

Doch dieses Verständnis von Führung greift zu kurz, viel zu kurz.

Wenn wir in unserer kleinen Welt von Führung sprechen, dann verstehen wir darunter etwas vollkommen anderes. Für uns beginnt Führung zuerst bei uns selbst, bei jedem von uns.

Jeder von uns trägt die Verantwortung für sein eigenes Leben. Wir können diese nicht abgeben, auch wenn wir das ab und zu gerne möchten. Nur wir können entscheiden, wie wir uns verhalten und was wir tun wollen. Niemand sonst.

Jeder Mensch hat den freien Willen geschenkt bekommen und den kann uns niemand nehmen. Wir sind es, die entscheiden, was wir mit unserem Leben anfangen, wie wir mit uns selbst und mit anderen Menschen umgehen.

Damit unser Leben gelingt und wir das Beste daraus machen können, müssen wir verstehen, wo alles beginnt. Bei uns selbst. Und darum ist eine der wichtigsten Aufgaben, die wir im Leben haben, zu lernen, wie wir uns selbst führen.

Jeder Mensch führt mindestens eine Person. Sich selbst. ~ Heartfelt Leadership

Alles beginnt mit Selbstführung.

Lass uns das einmal anhand unseres Alltags anschauen.

  • Wir bestimmen, wann wir aufstehen.
  • Wir bestimmen, ob wir den Snooze-Button des Weckers drücken (und wie oft).
  • Wir bestimmen, mit welchem Bein wir aufstehen (gut gelaunt, dankbar, mürrisch oder trübselig).
  • Wir entscheiden, ob wir eine Morgenroutine (Meditation, Gymnastik, Frühstück, Dankbarkeitstagebuch usw.) praktizieren.
  • und so weiter und so fort

Und nun kommt das Paradox:

Obwohl wir praktisch alles selber entscheiden können und in der Wahl unserer Entscheidungen frei sind, lassen wir uns doch viel zu oft von unseren Gewohnheiten dirigieren.

Dieses Phänomen wurde in unzähligen Studien erforscht und die Ergebnisse sind gelinde gesagt alarmierend.

Die Duke University Studie (Neal, Wood & Quinn, 2006)
Diese Studie gilt als der Goldstandard, wenn es um die Messung von Gewohnheiten im Alltag geht. Die Forscher ließen Probanden ihre Aktivitäten in Echtzeit protokollieren.

Die Erkenntnis: Etwa 45 % unserer täglichen Handlungen sind Gewohnheiten.

Warum das wichtig ist: Die Studie zeigte, dass diese Handlungen nicht durch bewusste Entscheidungen, sondern durch Umweltreize (Cues) ausgelöst werden. Wenn du an denselben Orten bist wie immer, spult dein Gehirn automatisch dieselben Programme ab.

→ Diese Studie geht einer anderen wichtigen Studie voraus, die von Wendy Wood im Jahr 2002 durchgeführt wurde.

Bevor Wendy Wood an der Duke University forschte, untersuchte sie, wie stark unsere Intentionen (Vorsätze) gegen unsere Gewohnheiten wiegen.

Die Erkenntnis: Wenn eine Handlung zur Gewohnheit geworden ist, spielt die bewusste Motivation kaum noch eine Rolle. Menschen führen die Handlung auch dann aus, wenn sie eigentlich müde sind oder gar keine Lust darauf haben.

Warum das wichtig ist: Sie fand heraus, dass „Willenskraft“ oft überschätzt wird. Menschen mit „starker Willenskraft“ haben meistens einfach bessere Gewohnheiten etabliert, sodass sie weniger Energie für bewusste Entscheidungen aufwenden müssen.

Alarmierend wird es, wenn wir lesen, dass bestimmte Studien aufzeigen, dass viele Menschen sogar bis zu 95 % dessen, was sie an einem Tag tun, unbewusst tun.

So umstritten diese Zahlen sind, wir sollten sie als das nehmen, was uns am besten dient – als Warnung.

Die Welt, in der wir leben, verlangt immer mehr nach Prozessoptimierung, Automatisierung und Vereinfachung. Und viele unserer Jobs, die vor 15 Jahren noch als spannend galten, gleichen heute eher der Fließbandarbeit. Und das ist gewollt, denn sie führt zur sogenannten kognitiven Entlastung.

Wenn eine Tätigkeit – egal ob am Fließband, bei der Dateneingabe oder beim Autofahren – hunderte Male wiederholt wurde, wandert die Steuerung vom präfrontalen Kortex (dem Sitz des Bewusstseins und der Logik) in die Basalganglien (das Gewohnheitszentrum tief im Gehirn).

Und das ist der Grund, warum die Einschätzung von 95 % unbewusster Tätigkeit in solchen Fällen absolut ins Schwarze trifft.

Der neuronale Sparmodus
Das Gehirn ist das energiehungrigste Organ des Körpers. Bewusstes Denken verbraucht extrem viel Glukose und Sauerstoff. Wenn ein Job keine Abwechslung bietet, „optimiert“ das Gehirn den Energieverbrauch, indem es die Handlung automatisiert.

“Flow”-Zustand vs. “Autopilot”: Während Flow volle Konzentration bedeutet, ist der Autopilot bei monotoner Arbeit eher ein Trance-Zustand. Das Gehirn schaltet in den sogenannten Default Mode (Ruhezustandsnetzwerk).

Mentale Abwesenheit: In diesem Zustand können Menschen komplexe physische Aufgaben fehlerfrei erledigen, während sie im Geist bereits den Einkaufszettel schreiben oder über den letzten Urlaub nachdenken. Das Bewusstsein ist also gar nicht mehr “bei der Arbeit”.

Die Gefahr der 95 % im Job
So effizient dieser Autopilot auch ist, hat er einen Haken: Die Flexibilität geht verloren.

Studien zur Arbeitssicherheit zeigen, dass die meisten Unfälle nicht bei neuen, schwierigen Aufgaben passieren, sondern bei Routineaufgaben. Das Gehirn ist so sehr im „Schlafmodus“, dass es kleine Abweichungen oder Gefahrensignale schlichtweg ausfiltert, weil es erwartet, dass alles so ist wie immer.

Ein interessanter Aspekt: “Moralische Ermüdung”
Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass Menschen, die den ganzen Tag in diesem 95-prozentigen Automatikmodus arbeiten, abends oft “entscheidungsmüde” (Decision Fatigue) sind. Obwohl sie “nichts Neues” gedacht haben, ist die Unterdrückung von Impulsen und das bloße Funktionieren so anstrengend, dass für bewusste Entscheidungen nach Feierabend kaum noch Kraft bleibt.

Das führt oft dazu, dass man auch privat in die nächste Automatikfalle tappt: Sofa, Fernseher, Fast Food – der Autopilot übernimmt den Rest des Tages.

Und jetzt?

Das ist ja alles interessant, aber was bringt uns dieses Wissen im Alltag? Nicht viel. Nur das, was wir tatsächlich anwenden können (bewusst oder unbewusst), kann unser Leben positiv beeinflussen.

Aus diesem Grund möchten wir deine Aufmerksamkeit darauf lenken, wie wichtig Selbstführung für jeden von uns ist. Wer sich selbst gut führen kann, trifft bessere und bewusstere Entscheidungen und kommt dadurch auch besser durchs Leben.

Wenn du dich länger in unserer kleinen Welt umschaust, wirst du dem Prinzip der Selbstführung immer wieder begegnen. Und das Beste daran ist:

Selbstführung ist uns angeboren. Wir müssen nur lernen, sie bewusst zu aktivieren.

Jetzt verstehst du besser, warum wir sagen: Jeder Mensch ist ein Leader!