Nicole's Weg
Adrian fragte mich im Dezember 2019, ob es für mich OK ist, wenn zwei Leute aus seinem Umfeld im kommenden Januar zum Heartfelt-Leadership-Training kommen.
Er war gerade neu als Assistant Trainer in der PBA und seine Frage erstaunte mich. Ich konnte nicht nachvollziehen, warum das nicht OK sein sollte. Auf meine Frage meinte er nur: „Das sind zwei ganz schön bunte Vögel.“
Diese Sprache war ich von Adrian nicht gewohnt. Ich gab ihr aber keine besondere Bedeutung. Als ich dann die beiden Teilnehmer sah, verstand ich, was Adrian meinte.
Die junge Frau, ihr Name ist Nicole, mit wunderschönen kupferfarbenen Haaren, und ihr Begleiter Florian waren beide von Kopf bis Fuß tätowiert. Damit waren sie in der Tat um einiges farbiger als all die anderen Teilnehmer.
Nicole war hellwach, sie hing an jedem Wort, das aus meinem Mund kam. Meist verdrehte sie die Augen, sie war sichtlich nicht einverstanden mit dem, was ich sagte.
Da ich sozusagen nichts über sie wusste, konnte ich ihr Verhalten noch nicht einschätzen. Ich konnte aber sehen, dass die Frau etwas Besonderes in sich hatte.
Ein Feuer, das nicht richtig brennen konnte.
Wir hatten während des Tages einige Situationen, in denen ihr eigenes Weltbild mit der Heartfelt Leadership-Welt kollidierte.
Und auch wenn sie lautstark widersprach, konnte ich spüren, dass sie insgeheim eine starke Übereinstimmung mit den Werten der Heartfelt Leader wahrnahm. Es gab sogar eine Situation, in der ich mich nicht gewundert hätte, wenn sie mir das Mikrofon, das sie in der Hand hielt, nachgeworfen hätte.
Umso mehr erstaunte es mich, als sie und ihr Begleiter sich am Ende des Trainings gleich für das nächste Training angemeldet hatten. Ich fragte sie, ob sie das wirklich will. Klar, meinte sie und stellte sich direkt vor mir auf die Zehen.
Nach dem Training erzählte mir Adrian mehr über Nicole. Sie war seine Schwester und hatte eine Führungsposition in einem großen Tattoo-Studio. Sie war unter anderem verantwortlich für das Personal und die Aus- und Weiterbildung.
Jetzt war mir klar, woher ihre Einstellung gegenüber Mitarbeitenden kam. Das war nicht ihre persönliche Meinung, sondern die Kultur des Unternehmens, in dem sie arbeitete.
Als sie und ihr Partner beim nächsten Training auftauchten, erlebte ich zwei völlig verwandelte Menschen. Sie war liebevoll, nahbar und positiv. Ihr wahres Selbst begann, sich Ausdruck zu verschaffen.
Die beiden redeten während der drei Tage immer von einem Hund, den sie gerne hätten. Wir schauten gemeinsam Autos an, in denen man Hunde gut transportieren konnte. Das Ziel, einen Hund zu besitzen, schien noch in weiter Ferne. In Wahrheit war es nur eine Frage von ein paar Wochen und die beiden hatten sich diesen Traum erfüllt.
Die positive Veränderung der beiden führte ich vor allem darauf zurück, dass sie den Dankbarkeitsprozess, den sie im Training erlernt hatten, täglich praktizierten. Etwas, was in Nicoles Natur liegt.
Sie ist höchst kreativ, eine begnadete Autorin und Illustratorin. Kein Wunder, dass sie von Tattoos angezogen wurde. Auch ihr Partner Florian, über den wir zu einem späteren Zeitpunkt sprechen werden, hatte sichtbar an Haltung gewonnen. Dass die beiden sich auch für das dritte Training anmelden würden, stand außer Frage. Die beiden waren bereits voll in der Transformation.
Als wir uns dann im Kloster zum Fünftages-Retreat trafen, erfuhr ich, dass Nicole bereits eine Ausbildung zur Hundetrainerin begonnen hatte. Der Entscheid, sich selbstständig zu machen und als Hundetrainerin zu arbeiten, war, zumindest im Unterbewusstsein, bereits gefallen.
Dies bestätigte sie, als wir uns zum vierten und letzten Training trafen. Nicole und Florian hatten alle Trainings in genau einem Jahr abgeschlossen. Schneller geht es nicht. Und nicht nur das: Zwei Wochen nach dem Abschluss hat Nicole den Train-the-Trainer-Lehrgang der PBA absolviert und sich für ein Leben als professionelle Trainerin, nicht nur für Hunde, vorbereitet.
Wir werden im Laufe unserer gemeinsamen Reise noch viel über Nicole lesen und auch viel von ihr lernen dürfen. Was aber ganz wichtig ist, ist zu sehen, was möglich ist, wenn ein klares Ziel vorhanden, der Weg dorthin sichtbar und die nötige Begleitung vorhanden sind.
Man könnte meinen, dass Nicole halt so ein Mensch ist, der alles gleich kann und in die Tat umsetzt. Dem ist aber nicht so. Nicole zweifelt oft, ist auch von Existenzängsten geplagt und ist oft nicht sicher, ob sie das je schaffen wird.
Was sie aber auf dem Heartfelt Leadership Weg gelernt hat, ist, mit diesen Situationen umzugehen, sie zu meistern und alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die zwischen ihr und ihren Zielen stehen.
Nicole ist zu einem Vorbild für viele junge Frauen geworden, die ihren eigenen Weg gehen wollen, sich aber noch nicht trauen, und wir sind unendlich dankbar, sie in unserer Gemeinschaft haben zu dürfen.
Nicole hat im April 2022 ihr eigenes Unternehmen Fierce Dogs GmbH gegründet und führt ein Team von Hundetrainern, die einen großen Traum aller Hundehalter erfüllen – ein entspanntes Zusammenleben mit Hund.
Mehr über Nicole und ihren Weg erfährst du beim Besuch der Stadt Elyndra.