Letzte Woche bin ich beim Zusammenfassen eines Buchs auf eine früher markierte Stelle gestossen.
Der Originaltext aus dem Buch The Answer von John Assaraf und Murray Smith lautet: “Anytime you learn something new, whether it’s riding a bicycle, making more money than you have ever made before, entering a brand-new relationship, or starting your first day of kindergarten, there’s going to be a point of resistance, a point of fear where you will feel discomfort. Here’s what that means: You’re growing.”
Also immer, wenn immer wir etwas Neues lernen, ob Fahrradfahren oder ein Start in eine neue Beziehung, werden wir an einen Punkt gelangen, wo wir Widerstand spüren und wir es mit der Angst zu tun bekommen. Dieses unangenehme Gefühl bedeutet, dass wir wachsen.
Als ich diesen Text las, liefen meine vergangenen Monate wie ein Spielfilm vor meinem geistigen Auge ab. Noch nie in meinem ganzen Leben hatte ich so viel Neues gewagt und mich in unbekannte Situationen gebracht wie in diesen letzten Monaten. Wie es dazu kam, dass ich heute mehr wage und welche positiven Aspekte das Verlassen dieser “used to be zone” bringen, habe ich mit diesem Beitrag verarbeitet.
Der “Point of no return” ist das Sprungbrett für den nächsten Durchbruch
Jeder Veränderung liegen zwei treibende Kräfte zu Grunde. Entweder verspürt man Lust zur Veränderung, Lust etwas Neues zu versuchen oder etwas Neues zu lernen. Durch diese positive Kraft antizipiert man den bevorstehenden Wachstumsschub. Oder eine andere Kraft, die Angst oder das Leid, zeigt sich.
Durch die Orientierungslosigkeit, dem Selbstmitleid und der Aussichtslosigkeit fällt man ins “Tal der Tränen” und fasst plötzlich den Entschluss: «So geht es nicht mehr weiter! Das bin nicht ich!”. Auf diesen Entschluss folgen dann Fragen wie: «Wer bin ich dann?», «Warum tue ich das, was ich tue?» oder «Ist das alles, was mir das Leben zu bieten hat?»
Während die Veränderungen aus dieser ersten positiven Kraft (Neugier, Wunsch zum Lernen) mehr Freude bereiten, schleicht sich bei den Veränderungen aus Angst, Leid oder Langeweile noch ein weiteres Hindernis ein. Denn neben den neuen Aufgabenstellungen macht sich nun auch die kleine Stimme im Kopf bemerkbar, welche uns Geschichten erzählt, warum wir gerade das nicht können oder warum wir es gar nicht wert sind, die gewünschte Veränderung zu vollziehen.
Bemühung ist Fortschritt
Doch was wir verstehen müssen ist, dass es keinen Stillstand gibt – es geht nur vorwärts oder rückwärts. Das vermeintliche Durchatmen oder Ausruhen und Abwarten wird sich später als Rückschritt herausstellen. Durch dieses passive, träge Verhalten nähren wir alte Gewohnheiten, die uns ständig zurückhalten und uns dieselben Aufgaben immer und immer wieder durchlaufen lassen.
Wir müssen lernen, dieser Angst vor Veränderung ins Angesicht zu blicken und sie als Begleiter zu akzeptieren. Dann werden wir nicht mehr von ihr geplagt. Denn, sobald wir uns aus der “used to be zone” begeben, begegnen wir unbekannten Aufgaben, welche sich uns als unbequem und ungewohnt darstellen.
Um in dieser Stufe der Veränderung nicht aufzugeben und wieder auf Feld 1 anfangen müssen, helfen zwei entscheidende Fähigkeiten. Zum einen benötigen wir Unterscheidungskraft, um zu erkennen, welche Schritte uns dem gewünschten Zustand näherbringen und welche uns davon ablenken.
Die zweite entscheidende Fähigkeit, welche uns dabei hilft, den gewünschten Fortschritt zu erzielen, ist die Willenskraft. Die Energie, immer wieder von neuem anzulaufen, auch wenn wir mit dem vorherigen Anlauf nicht erfolgreich waren.
Ausserdem dürfen wir lernen, während diesem Prozess nicht zu streng mit uns selbst zu sein und jeden Schritt, den wir auf diesem Weg vollbringen, zu zelebrieren. Denn die persönliche Entwicklung verläuft graduell und ist oft kaum erkennbar. Aber jede einzelne Bemühung ist ein grosser Fortschritt.
Sie möchten herausfinden, wie Sie herausfinden, wie Sie mehr Klarheit in den gewünschten Endzustand bringen oder wie Sie motivierende Ziele setzen können?
Über das Thema «Mehr Klarheit in die Ziele bringen» habe ich in einem früheren Blogbeitrag “Link zu Klarheit ist Kraft” meine Erfahrungen beschrieben.
Fortschritt wird zur Gewohnheit
Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, möchte ich Ihnen herzlichst gratulieren! Denn bis jetzt hörte sich das ganze Thema ziemlich anstrengend an. Was ich aber nach den anstrengenden Phasen in meiner Veränderung entdeckt habe, ist ebenso erfreulich wie revolutionär für das Wachstum.
Nach einer bestimmten Zeit der Ungewohntheit und Anstrengung im Wachstumsprozess fühlt sich der Fortschritt gar nicht mehr so mühsam an. Wir beginnen, diese Veränderungen mit Erfolg und Leichtigkeit zu verknüpfen. Plötzlich wird aus der Achterbahn der Emotionen ein ausgeglicheneres, neutraleres Gefühl von Bereitschaft. Die Bereitschaft zu wachsen, zu lernen, Fehler zu machen aber sich davon nicht entmutigen zu lassen. Mit dieser neuen Einstellung zur Veränderung wird fortschrittliches Denken zu einer Kernkompetenz und der damit verbundene Erfolg, egal in welchem Lebensbereich, die logische Konsequenz. Veränderungen werfen uns dann nicht mehr aus der Bahn, sondern gehören für uns zum Spiel. Dadurch entdecken wir in uns neue Kreativität und schöpferische Fähigkeiten und sind so in der Lage, weitreichendere Aufgaben anzupacken und unsere Ziele grösser und bedeutsamer zu machen. Der Schritt aus der «used to be zone» wird so zur erfolgsversprechenden Gewohnheit.