Wie du als Leader nicht nur führst, sondern auch befähigst – und was sich Manager sonst noch von dir als Leader abschauen können.
Es wurde bereits viel geschrieben über die Unterschiede zwischen Management und Leadership. Mit dem Aufstieg des Wissensarbeiters beginnen immer mehr Manager zu verstehen, dass man Menschen nicht managed, sondern führt. Bereits Management-Experte Peter Drucker schrieb in einem seiner Bücher: “Die Aufgabe besteht darin, zu führen und das Ziel ist es, die spezifischen Stärken und das Wissen jedes Einzelnen produktiv zu machen.”
Was bedeutet das?
Es bedeutet, dass die Aufgabe einer Führungskraft darin besteht, das Beste aus den Menschen hervorzubringen. Und es bedeutet auch, dass die wichtigste Aufgabe eines Leaders nicht im Führen, sondern in der Befähigung, d.h. der Ausbildung seines Teams besteht. Dabei geht es nicht nur um die fachliche Ausbildung, sondern auch um die Persönlichkeitsentwicklung.
Das lateinische Verb für Ausbildung heisst educare. Und dieses Wort hat sehr viele Bedeutungen. Unter anderem heisst es, “herausziehen, hervorbringen” und “wachsen lassen”. Und genau das ist es, was die heutigen Leader und Unternehmer der nächsten Generation tun müssen. Sie führen, indem sie jedem einzelnen Teammitglied helfen, auf seine wahre Grösse zugreifen zu können. Sie helfen dabei, das ungenutzte oder nicht entwickelte Potenzial freizusetzen, welches in jedem Einzelnen schlummert. Auch in Ihnen selbst.
“Die Aufgabe besteht darin, zu führen und das Ziel ist es, die spezifischen Stärken und das Wissen jedes Einzelnen produktiv zu machen.” – Peter Drucker
Leader sind Lehrer
Du magst jetzt sagen: “Und wie kann ich das tun? Ich bin nicht dazu ausgebildet ein Lehrer zu sein. Ich bin nicht einmal sicher, ob ich einer sein will.” Und ich sage: “Du hast absolut Recht. Du magst noch kein grossartiger Lehrer sein, aber wie wäre es, wenn du lernst dein Wissen und deine Erfahrungen mit Anderen zu teilen?”
Deine eigenen Erfahrungen mit anderen zu teilen kann ein guter Start sein. Indem du deine Erfahrungen mit deinem Team teilst, kannst du deinen Teammitgliedern helfen, die Fehler zu vermeiden, die du selber schon gemacht hast. Dein Team kann auch davon profitieren, was du schon erreicht hast, ohne dass es durch dieselbe steile und lange Lernkurve durchmachen muss. Indem du dies tust, bringst du bei dir selbst viele wünschenswerte Leadership-Qualitäten zum Vorschein, wie Offenheit, Ehrlichkeit, Transparenz, Mut, Verletzlichkeit und Authentizität.
Indem du deine Erfahrungen auf einfache und anwendbare Art und Weise teilst, hast du bereits einen riesigen Schritt in Richtung grossartiger Lehrer gemacht.
Hast du Angst?
Natürlich hast du Angst, denn das alles bedeutet, dass du viel arbeiten musst, vor allem an dir selbst. Und das ist es, was jeder grosse Leader zuerst lernen musste: Sich selbst zu führen. Als Leader musst du ehrlich zu dir selbst sein und dir eingestehen, dass es etwas zu lernen gibt – und wenn du einmal herausgefunden hast, was das ist und wo du es am Besten lernen kannst, dann tu es einfach. Koste es, was es wolle.
“Leader gehen als Erste”
Als Leader musst du nicht in Allem der Beste sein, aber du solltest zumindest willens sein, es zu tun. Niemand in deinem Team erwartet, dass du in jeder Disziplin super bist. Es ist vielmehr das Gegenteil. Deine Teammitglieder lieben es, dich zu unterstützen in den Dingen, worin sie gut sind. Indem du anerkennst, worin deine Teammitglieder richtig gut sind, hilfst du nicht nur, ihr Selbstbewusstsein und ihr Selbstwertgefühl zu erhöhen, sondern du baust auch Vertrauen auf.
Genauso bildest du als Leader Vertrauen, so dass dein Team dir folgen will. Indem du allen zeigst, wie die Verhältnisse sind, entfernst du alle Gründe, eine Maske tragen zu müssen und eine Rolle zu spielen, die nicht passt. Indem du dich selbst vor den Augen aller herausforderst, ermutigst du die anderen, es dir gleich zu tun. Indem du Neues initiierst und kreierst, stimulierst du das den Menschen inneliegende Talent, innovativ zu sein und sich selbst neu zu erfinden.
Die Liste positiver Dinge, die daher stammt Erfahrungen mit Anderen zu teilen, ist unendlich lang. Wenn du das Teilen erst einmal zur zweiten Natur gemacht hast, wird dein Appetit zu lehren immer mehr wachsen. Versprochen!
“Wir sind alle perfekte Leader und Lehrer auf dem Weg dahin, das zu werden”
Was Manager von Leadern lernen können. Sieben Schlüsselpunkte über die du nachdenken willst:
1. Du managst Prozesse, aber du führst Menschen.
2. Leader sind Lehrer.
3. Leader teilen und sorgen sich um Andere.
4. Leader sind wahrhaftig zu sich selbst und Anderen.
5. Leader trachten nicht nach Perfektion. Sie sind mit Fortschritt beschäftigt.
6. Leader initiieren und kreieren.
7. Leader entwickeln sich selbst und Andere.